Auf Mallorca- da waren es " erst " 135kg...

Warum Diäten nicht funktionieren

Liebe Leserin, lieber Leser,

mittlerweile hat es sich auch bei den meisten Experten herumgesprochen: „ Diäten funktionieren nicht.“ Ich möchte diese Aussage relativieren.  Ehrlich gesagt funktionieren Diäten… leider jedoch nicht auf Dauer. Aber warum ist das so?

Es gibt da draußen unzählige Diäten, und jedes Frühjahr feiert eine neue Wunderdiät Auferstehung. Da gibt es  „Low- Fat- Diäten“, „Low-Carb-Diäten“, „FDH- Diäten“, Diäten mit Kohlsuppe, Gemüsebrühe mit Reis- Diäten, Kartoffel- Diäten, Zitrusfrüchte- Diäten, „Brigitte- Diät“, „Glyx- Diät“ , „Nulldiät“ und was weiß ich noch alles.

Da werden bei den Weightwatchers Punkte gezählt, woanders zählt man Kalorien, hier wird auf Kohlenhydrate verzichtet und dort auf Fett.

Dazu noch die unterschiedlichsten Ernährungskonzepte wie zum Beispiel die Trennkost.

Kurzfristig werden diese Diäten alle funktionieren- ich spreche hier von einem Zeitraum von drei bis maximal sechs Monaten. Damit ist es auch möglich, in relativ kurzer Zeit fünf bis zehn Kilogramm abzunehmen- manchmal sogar mehr.

Aber langfristig? 99% aller Diäten funktionieren langfristig nicht!  Denn der Ansatz ist immer derselbe:  Alle diese Diäten funktionieren über einen Mangel. So wird zwar zunächst ein Gewichtsverlust erzielt. Aber dieser Gewichtsverlust resultiert leider nicht nur aus dem  Abbau der Fettreserven, sondern vor allem aus Verlust von Wasser und dem Abbau von Muskelmasse.

Es ist jedoch die Muskulatur, die einen Abbau der Fettreserven erst ermöglicht. Denn mehr Muskelmasse bedeutet einen wesentlich höheren Grundumsatz- und zwar ständig, nicht nur während oder kurz nach dem Training.

Wenn jetzt Muskulatur abgebaut wird, bricht der Grundumsatz des Körpers regelrecht zusammen. Dies führt wiederum zu einer massiven Fettzunahme, sobald die Diät beendet wird und man beginnt, wieder „normal“ zu essen.

Das ist das Problem mit sämtlichen Diäten. Sie mögen zwar anfangs einen Gewichtsverlust bewirken, aber ein großer Teil davon besteht leider aus Wasser und aktiver Muskulatur. Wenn Du Muskelgewebe verlierst, wird  die Fettverbrennung schlechter. Denn aktive Muskulatur verbrennt Fett.

Jedes Kilo Muskelmasse mehr erhöht den Grundumsatz um ca. 80 bis 100 Kalorien pro Tag. Das bedeutet, 10 Kilo zusätzliche Muskelmasse erhöht den Grundumsatz um ca. 800 bis 1000 Kalorien!

Umgekehrt heißt das aber auch, der Verlust von nur einem Kilo Muskelmasse senkt deinen Grundumsatz um 80 bis 100 Kalorien pro Tag. Die Folgen sind dramatisch, sobald die Diät zu Ende ist: Du nimmst noch schneller zu- und zwar in Form von ungesundem Körperfett.

Das ist dann der berüchtigte Jojo- Effekt- und der Grund, warum Diäten nicht funktionieren. Im Gegenteil- je mehr Diäten man hinter sich bringt, umso massiver ist die Gewichtszunahme langfristig.

Denn nach einer Diät ist der Körper wesentlich ineffizienter, Kalorien zu verbrennen. Was zu einer noch schnelleren Gewichtszunahme in Form von Körperfett führt.

Ich kann ein Lied davon singen, der Jojo- Effekt war jahrelang mein bester Begleiter. Ich habe alles Mögliche ausprobiert und ich habe in Summe mehrere Tausend Euro ausgegeben- nur, um Jahr für Jahr noch dicker zu werden. Jedes Mal habe ich abgenommen, teilweise bis zu 15 Kilo in drei Monaten- dann beendete ich die Diät oder das Programm, weil ich einfach nicht mehr wollte- spätestens nach einem Jahr war das, was ich in diesen drei Monaten mühsam abgenommen hatte, wieder drauf- und sogar noch mehr.

Also vergesst die ganzen Diäten! Denn sie bringen nur der Diätindustrie und den damit verbundenen Publikationen und Medien was. Genauso, wie die ganzen Wundermittelchen und Abnehmpülverchen. Alles Geldmacherei, nichts anderes. Ich möchte hier aber betonen, es gibt durchaus Nahrungsergänzungsmittel, die unterstützend sehr sinnvoll und auch wirksam sind.

Aber DAS Superduper- Wundermittel gibt es definitiv nicht! Also, fallt nicht auf die Schaumschläger herein, die an allen Ecken lauern und die es nur auf euer Geld abgesehen haben…

Ihr wisst jetzt, warum Diäten nicht funktionieren und das es keine Wundermittel gibt. Aber was funktioniert denn jetzt?

Im Prinzip ist es ganz einfach. Wenn Du dauerhaft abnehmen und für immer schlank bleiben willst, musst Du deinen Grundumsatz erhöhen! Einen höheren Grundumsatz erreichen wir mit mehr Muskelmasse und mit der richtigen Ernährung, nicht mit einer Mangelernährung!

Das bedeutet, nie wieder Kalorien zählen, nie wieder auf Kohlenhydrate verzichten, nie wieder Punkte zählen, nie wieder komplizierte Essenspläne einhalten und hinter schwer zu beschaffenden Lebensmitteln hinterher rennen. Die Zeiten, in denen Du nach der Uhr essen musst, dich wochenlang von irgendwelchen Pülverchen- Drinks oder Tütensuppen ernähren musst, sind ab heute vorbei. Ist das nicht eine gute Nachricht?

Es gibt aber auch eine schlechte Nachricht.

Wenn es Dir so geht wie mir, und ich behaupte, so geht es den meisten, die wirklich massives Übergewicht haben, also zwanzig, dreißig oder noch mehr Kilos zu viel mit sich herumschleppen, dann bringt dir diese Information leider nicht viel.

Denn wir werden es nicht schaffen, unser gesamtes Übergewicht abzubauen und unser persönliches Wohlfühlgewicht auch zu halten, selbst, wenn man uns ein mundgerechtes Programm serviert.

Es gibt nämlich ein Geheimnis, das man kennen sollte, bevor man sich mit Ernährungsumstellung und Sport plagt- und dieses Geheimnis ist nur den Allerwenigsten bekannt. Denn sonst würde es ja keine dicken Menschen mehr geben, oder?

Und dieses Geheimnis lautet: Abnehmen beginnt im Kopf!

Der eine oder andere wird jetzt sagen, ja, klar, das weiß doch jedes Kind, daß man den Willen zum Durchhalten haben muß. Das ist es aber nicht, was ich meine.

Ich behaupte, wenn jemand massives Übergewicht hat, also im medizinischen Sinne unter Adipositas bzw. Fettsucht leidet, dann läuft unbewußt ein falsches Programm ab.

Wer Joseph Murphy kennt (nein, nicht der mit dem Butterbrot!), kennt sicher auch seine Forschungsergebnisse und seinen Mega- Bestseller „Die Macht Ihres Unterbewusstseins“.

Joseph Murphy stellte fest, daß ca.95% unserer Handlungen und Gewohnheiten durch unser Unterbewußtsein  gesteuert werden, wir also bewußt gar keinen Einfluß darauf nehmen können- auch wenn wir das glauben. Dies bedeutet im Umkehrschluß: Der Wille ist dem Unterbewußtsein IMMER unterlegen!

Wenn also bei dicken Menschen im Unterbewußtsein ein falsches Programm abläuft, gibt es nur eine Chance, dies zu ändern. Es muß uns gelingen, diesen „Systemfehler“ umzuprogrammieren!

Das ist sozusagen das Fundament für ein neues, leichteres Leben. Und alle anderen Tipps und Tricks kann man nur auf diesem Fundament aufbauen, sofern man dauerhaft Erfolg haben will!

Wenn Du also endlich wieder Treppen steigen willst, ohne außer Atem zu kommen, wenn Du dich endlich wieder in die Badehose und ins Schwimmbad trauen willst, wenn Du mit deinen Kindern endlich mal Fußball spielen willst, wenn Du dir endlich wieder Kleider kaufen willst, weil sie dir gefallen, und nicht in erster Linie, weil sie passen, dann solltest Du zunächst dein Unterbewußtsein umprogrammieren.

Diese Umprogrammierung  geht freilich nicht von heute auf morgen. Aber hast Du dein ganzes Übergewicht innerhalb weniger Wochen angefressen? Ich glaube kaum. Auch das war sicherlich ein Prozeß über Jahre hinweg. Deshalb sollten wir uns für eine dauerhafte Veränderung auch die dafür nötige Zeit geben. Nur so werdet ihr dauerhaft abnehmen und für immer schlank bleiben.

Wie wir Schritt für Schritt vorgehen, um dieses Ziel zu erreichen, darüber werde ich euch in meinem nächsten Artikel berichten.

Euer Chris

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading ... Loading ...

 

Print Friendly

Was heißt eigentlich Übergewicht?

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeder, der abnehmen will, nimmt an, daß er Übergewicht hat und ist sich dessen in aller Regel auch bewußt. Um seine eigene Unzulänglichkeit zu verschleiern- leider gilt in unserer Gesellschaft dick zu sein als charakterliche Unzulänglichkeit-  macht man sogar Witze darüber. Da ist man halt zu klein für sein Gewicht, oder die Knochen sind zu schwer. Und unter Männern heißt es gerne mal „Ein Mann ohne Bauch ist ein Krüppel“.

Ich selbst kontere Kritik an meinem Körpergewicht von sehr schlanken Menschen auch schon mal mit einem „ Du Spargeltarzan bist doch nur zu faul zum (fr)essen “. Unter Frauen heißt es dann eleganter „ Rund, na und ? “, ” Dick ist chic “, oder man spricht eher zurückhaltend von „ starken Frauen“.

Es gibt dutzende solcher Sprüche, die alle denselben Zweck verfolgen: Ablenkung vom Kernproblem, nämlich, daß man deutlich zu viel Gewicht mit sich herumschleppt. Hier sollte man einfach ehrlich zu sich selber sein- und es geht hier nicht nur um die Ästhetik. Man sollte sich in erster Linie der gesundheitlichen Folgen von massivem Übergewicht oder gar von Adipositas- auch Fettsucht genannt-, wie Herz- Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Gelenkschäden und so weiter bewußt sein. Das Hinterhältige daran ist, es sind Folgeschäden. Das heißt, man merkt erst nichts davon- bis es dann oft zu spät ist.

Und selbst geringeres Übergewicht führt schon zu einer mehr oder weniger starken Einschränkung der Lebensqualität.

Während wirklich Dicke also dazu neigen, das Problem „ kleinzureden “ gibt es aber auch das andere Ende der Skala. Magersüchtige hingegen bilden sich ein, immer noch zu dick zu sein, während bereits der Wind zwischen den Rippen durchpfeift. Also alles doch nur Ansichtssache ? Oder wie wird Übergewicht eigentlich definiert ?

Die Antwort ergibt sich aus der Frage nach der Lebenserwartung. Statistiker im Krankenkassenwesen haben entdeckt, dass es einen Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Lebenserwartung ohne große gesundheitliche Einschränkungen geben soll. Dies war eine statistische Erkenntnis, nicht eine individuelle. Als Idealgewicht wurde folgende bekannte, einfache Formel entwickelt: Normalgewicht minus 10 Prozent bei Männern und minus 15 Prozent bei Frauen. Das Normalgewicht in Kilo wurde aus der Körpergröße in Zentimetern abzüglich 100 berechnet, unabhängig vom Geschlecht.

Nach einer heutigen, verbesserten Auswertung ergibt sich aber, daß in Hinsicht auf die Lebenserwartung das so berechnete Normalgewicht gesünder ist als das Idealgewicht. Ein leichte Überschreitung um rund 10 Prozent wäre sogar das noch günstigere „Normalgewicht“, also Körpergröße abzüglich 100 plus 10 Prozent (!). Dieser statistisch bestimmte Gewichtsrahmen stimmt mit dem individuell empfundenen Wohlfühlgewicht recht gut und weitreichend überein. Überschreitet das Realgewicht das so ermittelte Normalgewicht aber um mehr als 20 Prozent, muss in aller Regel mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Schäden gerechnet werden.

Die nach ihrem mutmaßlichen Entdecker, dem französischen Arzt und Anthropologen Pierre Paul Broca, auch Broca-Index genannte Faustformel wird heute weitgehend, und etwas zu Unrecht, als veraltet abgelehnt.

An die Stelle dieser einfachen, für jedermann nutzbaren Faustformel trat der neumodische BMI, der Body-Mass-Index, der den Rahmen zur Beurteilung eines gesunden Normalgewichts abgeben soll. Er wurde zwar schon im 19. Jahrhundert durch den belgischen Statistiker Adolphe Quételet entwickelt, aber erst durch amerikanische Publikationen in den 70ern des 20. Jahrhunderts zu einer Modeerscheinung. Denn die Formel ist zwar komplizierter und vermeintlich zuverlässiger, hat aber einen ähnlichen gravierenden Fehler wie der einfache Broca-Index: Der individuelle Körperbau und das Verhältnis von Muskelmasse zu Körpergewicht werden nicht wirklich berücksichtigt.

Ohne Tabelle ist der BMI außerdem ziemlich wertlos, da der Index nicht linear verläuft. Die Zahl, die sich ergibt, wenn man das Körpergewicht in Kilo durch die Körpergröße in Metern im Quadrat teilt, muss noch interpretiert werden. Daran verdienen viele Anbieter von Büchern, Herstellern von BMI-Waagen oder BMI „kontrollierten“ Kurmaßnahmen.

Trotzdem, oder gerade deshalb, ist der Body- Mass- Index heute das Maß aller Dinge, wenn es um die Definition von Übergewicht geht. Deshalb findet ihr hier einen kostenlosen interaktiven BMI- Rechner, damit ihr seht, ob bei euch Handlungsbedarf besteht oder nicht- nach Definition des BMI.

Auszug aus Wikipedia:

Interpretation des BMI

Werte von normalgewichtigen Personen liegen gemäß der Adipositas-Klassifikation der WHO zwischen 18,5 kg/m² und 24,99 kg/m², ab einer Körpermassenzahl von 30 kg/m² sind demnach übergewichtige Personen behandlungsbedürftig.

Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen anhand des BMI (nach WHO, Stand 2008):[1]

Gewichtsklassen in Abhängigkeit von Körpermasse und Körpergröße (nach nebenstehenden BMI-Angaben)

Kategorie BMI (kg/m²)
Starkes Untergewicht < 16 Untergewicht
Mäßiges Untergewicht 16 – 17
Leichtes Untergewicht 17 – 18,5
Normalgewicht 18,5 – 25 Normalgewicht
Präadipositas 25 – 30 Übergewicht
Adipositas Grad I 30 – 35 Adipositas
Adipositas Grad II 35 – 40
Adipositas Grad III ≥ 40

Alter und Geschlecht spielen bei der Interpretation des BMI eine wichtige Rolle. Männer haben in der Regel einen höheren Anteil von Muskelmasse an der Gesamtkörpermasse als Frauen. Deshalb sind die Unter- und Obergrenzen der BMI-Werteklassen bei Männern etwas höher als bei Frauen. So liegt das Normalgewicht bei Männern laut DGE im Intervall von 20 bis 25 kg/m², während es sich bei Frauen im Intervall von 19 bis 24 kg/m² befindet.

Für die Beurteilung eines Untergewichts wird auch der Broca-Index verwendet, etwa bei Magersucht. Die diagnostischen Kriterien der Magersucht sehen bei Erwachsenen einen BMI von ≤ 17,5 kg/m² vor, bei Kindern und Jugendlichen einen BMI unterhalb der 10. Alters-Perzentile.

Beispiele
  • Eine Frau ist 58 kg schwer und 1,70 m groß. Ihr BMI errechnet sich wie folgt: 58 kg / (1,7 m · 1,7 m) ≈ 20 kg/m² ⇒ Normalgewicht.
  • Ein Mann ist 87 kg schwer und 1,76 m groß. Sein BMI beträgt 87 kg / (1,76 m · 1,76 m) ≈ 28 kg/m² ⇒ Übergewicht.

Wer gleich einen professionellen Ernährungsmanager  mit so tollen Funktionen wie Ernährungstagebuch, Ampelfunktion, Gewichts- und BMI-Grafiken, Energie- und Nährstoffbilanzen und Tagebuch-Analyse sucht wird hier fündig.

Ich halte es da lieber mit der Erkenntnis des Paul Broca, also Körpergröße minus 100 plus 10 %. Das nenne ich dann Wohlfühlgewicht. Wo Dein persönliches Wohlfühlgewicht liegt, mußt Du freilich selber rausfinden.

Nachdem wir jetzt geklärt haben, wie man Übergewicht überhaupt definiert, werde ich im nächsten Artikel erklären, warum Diäten NICHT funktionieren. Bis bald !

Euer Chris

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading ... Loading ...
Print Friendly

Über mich

Auf Mallorca- da waren es " erst " 135kg...

Hallo liebe Leser,

ich möchte mich kurz vorstellen und euch meine Geschichte erzählen. Mein Name ist Christian Häußler und ich wurde am 20. Mai 1972 im schwäbischen Ulm geboren. Ich bin bis heute meiner Heimat treu geblieben, bin glücklich verheiratet und zu unserer kleinen Familie gehören noch unsere beiden Hunde, eine Schäferhund- Dame und ein Jack Russell- Rüde.

Schon in meiner Kindheit hatte ich immer Hunger. Leider fanden meine Eltern und später vor allem meine Oma es toll, daß ich so einen ” gesunden ” Appetit hatte. Dementsprechend entwickelte ich Essgewohnheiten, die sich in mir im Laufe der Zeit zementierten. Ich mußte einfach immer alles aufessen, Reste blieben eigentlich nie übrig.

Da ich von Natur aus ziemlich kräftig gebaut bin und ich in meiner Kindheit und später in der Jugend immer viel Sport gemacht habe, blieben die Folgen zunächst noch aus. Natürlich sammelte ich immer nach Weihnachten etwas Hüftspeck an, der war aber im Frühjahr wieder weg oder in Muskeln umgewandelt. Richtig dick war ich nie- bis mich kurz, bevor es zu spät war, doch noch die Bundeswehr erwischte.

Zu der Zeit hatte ich akute Bandscheibenprobleme, da ich immer dachte, wofür brauche ich einen Kran, wenn ich zentnerschwere Lasten mit den bloßen Händen heben konnte. Ich war stolz darauf, beim Steinheben 254 Kilo über 90 cm hoch zu heben- ohne, daß ich jemals in irgendeiner Form Kraftsport betrieben hätte. Und ein Fitnessstudio sah ich auch nie von innen- da war ich viel zu bequem und hatte auch keine Zeit dazu. Das Training fand während der Arbeit statt- abends im Sägewerk und am Wochenende auf dem Bau. Und tagsüber arbeitete ich in meinem eigentlichen Beruf als Schreiner.

Sport machte ich damals auch noch, ich ging regelmäßig ins Taekwondo- Training. Der Stoffwechsel lief bei so viel körperlicher Belastung natürlich auf Hochtouren- und damit auch die Fettverbrennung. Da konnte man ” futtern wie ein Scheunendrescher” – und nichts blieb hängen. Allerdings machte ich mir durch falsches ( und zu schweres ) Heben die Bandscheiben kaputt.

Und dann kam die Bundeswehr. Die interessierte es nicht, daß ich zum Zeitpunkt der Einberufung aufgrund meiner Rückenprobleme bereits eine Umschulung zum Industriekaufmann bewilligt bekommen hatte und sogar schon angemeldet war. Nachdem ich mich zuvor schon zweimal vor der Wehrpflicht drücken konnte, wollte man mich wohl auf keinen Fall einfach so ziehen lassen.

Nach einigen kleineren Scharmützeln hieß es dann von Seiten des Kreiswehrersatzamtes, wenn ich der Meinung sei, man müsse mich nicht mehr einziehen, so solle ich doch vor dem Oberlandesgericht gegen die Bundesrepublik Deutschland klagen. Also ließ ich mich dann doch zähneknirschend einberufen…

Über die folgenden 10 Monate ( eigentlich waren es nur 9 ) könnte ich ein Buch schreiben- und darum geht es hier ja nicht. Man zog mich also ein und ich wurde gemustert- als ” T3 ” mit tausend Einschränkungen. Als Folge dieser Entscheidung durfte ich keinen Sport machen, nicht mehr als 5 Kilo heben und so weiter. Wißt ihr, was man in so einem Fall bei der Bundeswehr macht ? Den ganzen Tag die Zeit totschlagen- und vor Langeweile die halbe Kantine leerfuttern.

Zwei Monate später hatte ich über 20 Kilo zugenommen und dadurch wieder Bandscheibenprobleme. Den Rest meiner Dienstzeit war ich im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm, danach 3 Wochen in REHA, den Rest ” krank zuhause ” und einen Monat vor offiziellem Dienstende checkte ich als ” T5 “- also als ” untauglich ” mit 5 Tagen Sonderurlaub und vollem Ausscheidergeld aus.

Zurück zum Thema. Zu Beginn meiner Bundeswehrzeit wurde ich also richtig dick und trug deutlich zu viel Gewicht mit mir herum- um genau zu sein, wog ich 122 kg bei 1,89 m Körpergröße. Also schon massives Übergewicht. Ich schaffte es damals aber noch durch die anschließende REHA und die Zeit zuhause, gleich wieder 26 kg abzunehmen- ich konnte mich schließlich darauf konzentrieren und machte wieder Sport, aß hauptsächlich Trennkost etc.

Auf die Bundeswehr folgte die Umschulung zum Industriekaufmann. Zu der Zeit arbeitete ich nebenher immer noch auf dem Bau und im Sägewerk, hatte also meinen körperlichen Ausgleich und die Essgewohnheiten hatten sich auch verbessert- die Portionen waren aber immer noch riesig. Trotzdem hatte ich keine Mühe, mein Gewicht zu halten.

Direkt im Anschluß an die Umschulung begann ich als kaufmännischer Angestellter im Außendienst.

Damit beginnt meine Geschichte eigentlich erst richtig. Von nun an gab es nämlich nur noch den Beruf. Dachte ich zuerst, na ja, am Anfang ist es normal, daß man sonst zu nichts mehr kommt, schließlich muß man ja alles neu lernen und sich einarbeiten, dämmerte es mir nach etwa zwei Jahren, daß dies in diesem Beruf eher der Dauerzustand ist…

Und so kam es dann schließlich, wie es kommen mußte. Wenn ich nicht beim Kunden war und meine Arbeit machte- die hauptsächlich aus Reden bestand- saß ich fortan den ganzen Tag im Auto.

Und wenn ich nicht im Auto saß, saß ich im zuhause im Büro. Und das jeden Tag 12 Stunden und mehr…

Gegessen wurde hauptsächlich unterwegs- Fastfood und „ belegte Weckla “, hauptsächlich die in Bayern und die bei uns im Schwabenland so beliebten Leberkäswegga, kurz: LKW, auf deutsch: Fleischkäsesemmeln. So kam es, wie es kommen mußte. Die ersten zwei Jahre hielt sich das Ganze noch in Grenzen.  Die Hosen wurden halt langsam enger. Und aus etwas Hüftspeck wurde langsam aber sicher ein richtig dicker Bauch.

Aber dann. Nach zwei  Jahren ohne Sport oder viel Bewegung fährt natürlich irgendwann die Fettverbrennung auf Sparflamme. Und dazu kamen ja noch meine Essgewohnheiten.

Nach wie vor hatte ich immer noch meinen „ gesunden “ Appetit , sprich eigentlich immer Hunger. Vor allem, wenn ich abends um 22 oder 23 Uhr aus dem Büro kam- da mußte ich mich erstmal stärken, damit ich die Nacht auch gut überstand…

Ihr könnt euch sicher denken, wohin das geführt hat. Glaubt mir, es ist problemlos möglich, 40 Kilogramm in fünf Jahren zuzunehmen- ohne daß es einem wirklich auffällt. Gut, jedes Jahr waren die Hosen und Hemden wieder einmal zu klein, die Fitness schwand adäquat zum ständig zunehmenden Übergewicht.

Wohl fühlte ich mich dabei nicht mehr. Kennt ihr die Leute, die mit vier Zentnern auf den Rippen fröhlich in die Fernsehkameras grinsen und begeistert davon berichten, wie toll sie sich in ihrem Körper fühlen- ja, sogar noch stolz darauf zu sein scheinen? Also, ich kann das ganz sicher nicht nachvollziehen- ich denke, die haben resigniert und belügen sich selber.

Ich erzähle euch jetzt mal, wie das so ist mit mehr als einem Zentner zu viel Gewicht auf den Knochen:

Wenn es euch stört, wenn die Hose zwickt und spannt, weil ihr 5 oder 10 Kilo zu viel wiegt, dann habt ihr aber noch keine Ahnung, wie das zwickt, wenn ihr 50 Kilo Übergewicht mit euch herumschleppt und dann auch noch den halben Tag im Auto hockt. In eine Badehose traue ich mich schon lange nicht mehr. Früher bin ich gerne in den Bergen gewandert- heute komme ich auf flacher Strecke außer Puste. Nach einer längeren Strecke tun die Gelenke und der Rücken weh. Klamotten werden primär unter der Prämisse eingekauft, ob etwas paßt, nicht, wie es aussieht. Fußball spielen oder rennen mit meinen Nichten oder den Neffen? Vergeßt es!

Und wehe, es wird warm. Es ist im Außendienst schon ziemlich uncool, wenn ihr schweißgebadet vor dem Kunden  steht und euch der Schweiß beim Auftrag schreiben aufs Papier tropft…

Und dann mein Hausarzt, den ich so selten, wie möglich aufsuche. Aus gutem Grund. Hat er am Anfang mit betont vorwurfsvollem Blick auf meinen Bauch immer bloß „ der ist aber auch nicht kleiner  geworden…“  gemurmelt, so ist er mittlerweile in die Offensive gegangen.

Nachdem er mir zunächst bescheinigte, unter Adipositas zu leiden, also FETTSUCHT, hackt er mittlerweile auf meinem Blutdruck herum und malt die krassesten Schreckensbilder an die Wand.

Seiner Meinung nach werde ich keine 50 Jahre alt. Nun, da bin ich anderer Meinung, und ich bin es zumindest meiner Frau schuldig, ihm das Gegenteil zu beweisen…

Der eine oder andere wird jetzt sagen: „ Mann, dann iß halt weniger “ oder „ Mach halt Sport “. Zurecht. Nur, ich glaube, es ist ein Unterschied, ob ich mich eine Zeit lang gehen lasse  und  5 oder 10 Kilo zugenommen habe, oder ob mein Leben lang ein falsches Programm im Kopf abläuft.

Ich habe wirklich alles versucht, alle möglichen und unmöglichen Diäten, habe mich immer wieder den Winter über ins Fitnessstudio angemeldet, habe auch fleißig trainiert. Bis ich nach zwei bis drei Monaten aus Zeitgründen wieder abbrechen mußte, da ich sonst meine Arbeit nicht mehr bewältigt hätte.

Ich habe Eiweißdrinks geschlürft, anstatt zu essen. Ich habe Kohlsuppe gefuttert, bis sie wieder oben heraus  kam. Ich habe mich wochenlang von Gemüsebrühe mit Reis ernährt. Ich habe Kalorien gezählt, ich habe Essenspläne befolgt. Ich habe ( Fett-) Punkte gezählt, auf Kohlenhydrate verzichtet und mich mit Medikamenten spritzen lassen, damit die durch den Kohlehydratverzicht auftretenden Heißhungerattacken ausblieben. Ich habe auf Fett verzichtet, Trennkost gegessen, Brigitte ( die Diät ) ist mittlerweile eine alte Bekannte von mir, auch die Glyx- Diät habe ich auf Empfehlung meines Arztes ausprobiert.

Und ich habe JEDESMAL abgenommen- über einen Zeitraum von 3 Monaten bis zu 18 Kilo. Dann habe ich abgebrochen, ich konnte und wollte nicht mehr- und danach NOCH mehr zugenommen. Der Jojo- Effekt ist mein bester Freund…

Heute zeigt meine Waage drei waagerechte Striche an- überlastet. Und ich habe mir vor ein paar Jahren extra eine gekauft, die bis 150 kg wiegt. Ich wiege also definitiv mehr als 150 Kilo. Und ich habe jetzt die Schnauze voll. In den nächsten 12 Monaten werde ich mindestens 50 Kilo abnehmen. Ich werde am 31. März 2013 noch 98 kg wiegen. Versprochen! Aber wie will ich das erreichen?

Ich werde einen ganz anderen Ansatz wählen- ohne Diäten, ohne Pillen und Pülverchen, ohne Kalorien zu zählen, ohne auf Kohlenhydrate zu verzichten, ohne komplizierte Essenspläne, ohne mein Essen ständig in Punkten bewerten zu müssen und ohne zu Hungern. Und das alles bei bester Laune.

Mein Ansatz, und ich bin mir sicher, nur der funktioniert als einziger bei stark übergewichtigen Menschen  auf Dauer, besteht darin, den Schalter in meinem Kopf umzulegen, sprich, meinen Kopf „ umzuprogrammieren “. Wie ich das genau mache, verrate ich noch nicht.

Es ist gewissermaßen ein Live-  Experiment, von dem ich jetzt noch nicht weiß, wie es ausgeht. Gleichzeitig hoffe ich, vielen da draußen Mut zu machen, die dasselbe Problem haben. Gerne dürft ihr mich dabei begleiten- ich halte euch auf dem Laufenden. Und langweilig wird es auf meinem Blog sicher nicht- ich bin nämlich mittlerweile Experte, was einfache, wirksame und echt coole Abnehmtipps und -tricks anbelangt. Alle diese Tipps werdet ihr hier erfahren- ich werde sie natürlich auch selber anwenden. Mein Starttermin ist heute-  der 26. März 2012.

Let´s get ready to rumble!!

Euer Chris

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading ... Loading ...
Print Friendly